Sonos ist noch immer der Goldstandard in Sachen Multirooming, wenngleich beispielsweise Denon das deutlich diversifizierte Angebot hat – dor lassen sich auch AV-Reveiver einbinden. Sonos punktet aber mit seiner „Einfachheit“ in Sachen Hardware. Dies hat sich Bose zum Vorbild genommen und seine neue Lifestyle-Serie auf den Markt gebrahct – mit teils einschneidenden Veränderungen. Wir geben einen kompakten Überblick
Soundbar, neue „Rear-Speaker und neuer Subwoofer bilden den Mittelpunkt
Zunächst einmal wollen wir für Klarheit sorgen: Die Marke Lifestyle stand bei Bose bisher für komplette Heimkino-Systeme, bestehend aus einer Konsole, an der dann die fünf Lautsprecher sowie ein Subwoofer angeschlossen wurden. Im Jahr 2026 scheint es eher der neue Claim für eine neue Produktlinie sein. Im Fokus steht die neue Lifestyle Ultra Soundbar, die sich optisch klar von den Soundbars seit 2016 aus Framingham unterscheidet und als Anker im Wohnzimmer fungieren soll – der Hersteller setzt nun deutlich mehr Akustikstoff ein. Sechs Vollbereichstreiber, integriertes Dolby Atmos und die hauseigene PhaseGuide-Technologie sollen Surround-Sound ohne zusätzliche Lautsprecher simulieren.
An Anschlüssen stehen neben WLAN, AirPlay, Google ChromeCast und Bluetooth auch eine HDMI eARC-Buchse zur Verfügung. Außerdem ist wieder ein Mikrofon integriert und die neue Soundbar hat als eine der ersten Modelle eine Alexa+-Zertifizierung erhalten.
Ergänzt wird die neue Soundbar durch den „neuen“ Lifestyle Subwoofer, der sich kabellos mit der Soundbar koppeln lässt. Bose zufolge wurde der extra für die neue Plattform entwickelt und soll ein neues Level an Tieftonbass ermöglichen.
Komplett neu und die zugleich größte Disruption sind die neuen Lifestyle Ultra Speaker, die zwei Funktionen erfüllen. Einerseits dienen sie als Rear-Speaker für die neue Lifestyle Ultra Soundbar, andererseits sind diese komplett eigenständige Multiroom-Lautsprecher – exakt so, wie es bei Sonos der Fall ist. Damit wird auch deutlich, dass ein Akku nicht vorhanden ist.
Stattdessen setzt man auf ein stationäres Konzept mit Fokus auf Klangqualität. Auffällig ist der integrierte Upfiring-Treiber, der Schall gezielt an die Decke abstrahlt, um räumliche Effekte zu erzeugen. Auch hier kommt Stoff zum Einsatz und soll ganz bewusst entfernt an den HomePod erinnern. Bei den Anschlüssen zeigt sich Ultra Speaker aber deutlich flexibler: Neben AirPlay 2, der Steuerung über die hauseigene App sind ChromeCast, Bluetooth und ein analoger Anschluss vorhanden. Zwei Lifestyle Ultra Speaker können auch als Stereo-Paar erstellt werden und nun direkt mit einem Plattenspieler verbunden werden. Der Umwerg über eine separaten Amplifier entfällt somit zukünftig.
Akustische Kniffe, Bedienung und Multiroom
Positiv ist zu vermerken, dass der Hersteller sowohl bei der Soundbar als auch bei dem neuen Lautsprecher auf physische Bedienelemente festhält. Leider verzichtet man beim Ultra Speaker auf die Favoritentasten. Beim Klang bzw. den akustischen Kniffen hat Bose bestehende Funktionen wie „TrueSpatial“ oder die „PhaseGuide Array“-Technologie klar weiterentwickelt. Hier gesellen sich nun CleanBass für präzisere Tieftonwiedergabe und SpeechClarity zur besseren Sprachverständlichkeit dazu. Damit dies funktioniert, gibt es wieder eine Einmessung, die jedoch auf das spezielle Headset verzichtet – stattdessen wird nun über die App das Mikrofon des Smartphones genutzt. Wie gut sich das schlägt, dürften erste Tests zeigen. Der Hersteller aus Framingham betont, dass man zwecks Multiroom, dem Erstellen von Multiroom-Verbünden und deren Steuerung nun klar auf AirPlay 2 bzw. Google ChromeCast setzt – das ermöglicht den Kunden deutlich mehr Flexibilität.
Bose lässt viele Fragen offen
Wir versuchen bei Apfelpage immer, bei dieser Art von Meldungen immer neutral und möglichst schnell zu sein. Doch beim Lesen der Pressemitteilung zur Ankündigung der neuen Produkte sind einige Fragen aufgetaucht, die wir vorab klären wollten – und die bisher nicht beantwortet wordensi nd. Da wäre einmal die Frage nach weiteren Musikstreamingdiensten abseits von Spotify und Apple Music. Hochauflösende Musikstreamingdienste wie Deezer, Qobuz oder Tidal werden weiterhin ignoriert, was mit Tidal bzw. Tidal Connect unverständlich ist.
Außerdem scheint die neue Soundbar nicht abwärtskompatibel mit den bisherigen Peripherie-Lautsprechern der bisherigen Soundbars zu sein: Weder das Bose Bass Module 500, noch das Bose Bass Module 700 oder die Virtual Surround-Speaker bzw. die Bose Surround Speaker 700 scheinen kompatibel mit der neuen Lifestyle Ultra Soundbar zu sein. Bestandskunden können hier also nicht einfach nur die Soundbar austauschen, sie müssen komplett neu investieren. Und das wird deutlich teurer als bisher. Abseits der finanziellen Frustration ist das einfach Ressourcenverschwendung. Erschwerend kommt hinzu, dass der neue Lifesytle-Subwoofer sich optisch und von den Abmessungen (Gröe, Höhe und Gewicht) nicht vom bisherigen Bass Module 700 zu unterscheiden scheint. Denkbar ist allerdings, dass Bose die Platine und damit auch die Funkverbindung im Subwoofer geändert hat – dann hätte man ein großes Problem adressiert.
Preise und Verfügbarkeit
Bei der UVP gibt es keinerlei Überraschungen, Bose positioniert die neuen Produkte gewohnt hochpreisig und auf bekanntem Niveau. So werden für die Bose Lifestyle Ultra Soundbar 999,95 Euro fällig, der neue Bose Lifestyle Subwoofer kostet 899,95. Für einen Lifestyle Ultra Speaker werden 349,95 fällig, hier gibt es aber eine Sonderedition namens Driftwood Sand, die im unteren Bereich auf helles Holz setzt und 369,95€ kostet. Bestellungen werden ab sofort entgegengenommen, die ersten Auslieferungen sind für den 15. Mai 2026 terminiert.
Wer sich komplett ausstatten möchte, muss n un deutlich tiefer in die Tasche greifen und der Grund dafür sind die neuen Lifestyle Ultra Speaker: Wer die als Surround-Speaker einsetzen will, muss zwei davon kaufen. Im Vergleich dazu gab es die Virtual Surround-Speaker im Set bereits für 349,95€ – allerdings konnten die nicht als eigenständige Musik-Lautsprecher fungieren. Bose versucht, das damit abzufedern, dass man bereits auch entsprechende Sets auf seiner Seite anbietet.





